Umgang mit Trauer

Es ist furchtbar, einen geliebten Menschen zu verlieren. Die Welt versinkt in Trostlosigkeit. Sinnlosigkeit macht sich breit.


Es ist der Moment der tiefsten Wahrheit, in der Du Dich nackt und ausgeliefert fühlst. Jedoch ohne Leid gibt es keine Weisheit. Ob ein Verlust Dich zerstört oder reifen lässt, entscheidest Du mit Deiner Haltung.

Wenn Du den Mut aufbringst, Deinen inneren Scherbenhaufen bewusst anzunehmen, dann öffnest Du die Tür, um aus der Sinnlosigkeit herauszutreten. Es ist die Hausforderung des Lebens an Dich, neu festzulegen, wer Du bist und was Deine Werte sind.

Der nachfolgende Text von Ullich Schaffer hat mich sehr berührt und zu meinem Beitrag inspiriert.

Ein zweites Leben

Es kann geschehen,
dass das Leben uns den Tod schickt,
um uns aufzuwecken –
uns so tief zu ergreifen,
dass nichts mehr hält
und jeder Sinn uns flieht.

Das ist die Geburt in unser zweites Leben,
auch wenn sie uns bis aufs Blut erschreckt.
Das ist Ausdruck des Vertrauens,
das das Leben in uns hat,
auch wenn es uns selbst fast das Leben nimmt.
Dass es uns geschieht,
ist Zeugnis der geheimen Kraft,
die in uns steckt und eingesetzt werden will,
auch wenn wir sie bisher
nicht wahrgenommen haben.

Es ist der Ruf an uns
noch einmal neu festzulegen,
was unsere Werte sind und wer wir noch sind,
wenn wir das Kostbarste verlieren.
Es ist die Einladung, wie der Phönix,
aus der Asche emporzuschießen
und irgendwann – der Moment wird kommen –
die Bedeutung unserer Wunden zu verstehen.
Es ist der Moment der tiefsten Wahrheit,
in der wir nackt und ausgeliefert sind,
geworfen in ein Leben erfüllt von leuchtendem Sterben.

Sogar das Schwerste hat einen Platz
in unserer Entfaltung.
Genau in der Tiefe unseres Falls
liegt die Höhe schon angelegt.
Es gibt keine Weisheit ohne Leid
und kein neues Bewusstsein
ohne vor dem Scherbenhaufen
des alten Bewusstseins zu stehen.
Ob uns der Verlust zerstört oder reifen lässt,
entscheiden wir mit unserer Haltung.
Es ist unsere besondere Begabung
das zu verwandeln, was unverwandelbar schien
und den Tod für uns zu gewinnen,
nicht als Feind aber als Freund,
der uns die Welt öffnet
wie es nie je etwas konnte.

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